Unser Spiel gegen den TSV Rudow begann, wie erwartet, mit viel Polizei. Es war das vermutlich erste Sicherheitsspiel mit solchen Ausmaßen seit Bestehen der Berlin-Liga. Ein Grund waren die Erfahrungen aus dem Hinspiel bei den Rudowern, der dazu führte, dass für sie extra der Gästeblock geöffnet wurde. Schon vor Anpfiff kam es vor dem Gästeeingang zu interessanten Situation, denn unter den 20-30 Auswärtsfans befanden sich 5 namentlich bekannte Neonazis (darunter ein Mitglied des Landesvorstandes der NPD), die nach einem Hinweis auf die Hausordnung von TeBe der Zugang ins Stadion verwehrt wurde. Während ein Vereinsoffizieller des TSV sich positionierend äußerte: „Für fünf Personen würde ich bürgen. Den Rest habe ich noch nicht als Fans wahrgenommen“(O-Ton), solidarisierten sich die restlichen Anhänger mit den anwesenden Neonazis. Ein mehr als fragwürdiges Verhalten, dass aber nicht unbedingt verwundert, denn auch im Hinspiel, bei dem es zu „Auseinandersetzungen“ zwischen Neonazis und Fans von TeBe kam, gab es keine wirkliche Distanzierung der restlichen Rudower-Fans. Auch damals waren bekannte Neonazis vor Ort und wurden sogar als Ordner eingesetzt. In der Nachbereitung des Spiels wurde – leider auch von TeBe-Seite – nicht entschlossen und klar auf die Verstrickung der Fans vom TSV mit der Rudower Naziszene hingewiesen, was später durch veröffentlichte Recherchen jedoch eindeutig aufgezeigt wurde. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, zeigten wir zu Beginn der zweiten Halbzeit des Rückspiels eine Tapete mit der Aufschrift: „(TSV) Rudow ist nazifrei – und im Himmel ist Jahrmarkt“. Der TSV Rudow zieht leider immer wieder Neonazis an, so auch beim letzten Hallenturnier.

Nun aber zum Spielgeschehen: Nachdem Kassenrollen das Spiel eröffneten, zeigten unsere Veilchen, dass sie heiß auf 3 Punkte waren. Sicherlich war es nicht die beste Leistung der Saison, doch spielten sie druckvoll und dominierten eigentlich das Spiel. Bis, ja bis ein Schuss eines Rudowers im Stile eines Volleyballers aus der Gefahrenzone befördert wurde – ja klar jede_r hat was anderes gesehen, aber Arm und Hand sind auch nicht soweit voneinander entfernt. Elfmeter, Rahden springt in die richtige Ecke und kommt leider nicht ganz ran und so stand es 0:1. Die sowieso nicht überkochende Stimmung im Block war, verständlicher Weise, zu Grabe getragen und die Mischung aus komischen Entscheidungen und der Fallfreudigkeit einiger TSV-Spieler(samt Todesschrei) machten das auch nicht besser. Aber wenn du gewinnen willst, musst du auch mit solchen Situationen klar kommen. Unsere Mannschaft war danach nicht mehr wirklich sicher, hatte das Spielen aber noch nicht eingestellt. Bei den Standards wurde zwar etwas zu sehr gezaubert bzw. wurde dies versucht, aber ab und zu kam es zu Szenen, die man fast als Torchance bezeichnen kann. Dann – fast aus dem nichts – macht Isik mit einem Freistoß das 1:1. Einige behaupten die Mauer war falsch gestellt – andere aber, dass Isik einfach Klasse geschossen hatte, denn zwischen Pfosten und Ball war maximal Platz für ein Haar. Alles jubelte, aber irgendwie war es nicht die ganz große Freude im E-Block, vielleicht ahnten einige ja bereits zu diesem Zeitpunkt, dass nur kurze Zeit später der Schiri erneut auf den Punkt im TeBe-Strafraum zeigen würde. Ausgangspunkt war ein Pass der Rudower von rechts in den Strafraum, der per Halbgrätsche geklärt wurde. Dabei fällt der Rudower-Spieler, schreit eine Oper zusammen und der Schiedsrichter pfeift. Unnötig, weil auch nicht wirklich berechtigt, aber danach wird eh nie gefragt. So verlieren wir durch zwei Elfmeter in einem Spiel, das für die Situation in der Tabelle einiges an Willen und Kampf vermissen lies. Stimmung im Block war auch schon mal besser. Was bleibt ist der Blick auf nächsten Sonntag – Hermsdorf… wir kommen!