Im Spiel gegen TuS Makkabi zeigten wir zwei Tapeten mit den Aufschriften „Komplett BescheUert“ und „Nazis raus aus dem Tivoli“. Trauriger Grund für die erneute Thematisierung ist der abermalige Angriff aus den Kreisen der Gruppen „Karlsbande Ultras“ (KBU), „Supporters“ und „Westwall“ gegen die antifaschistischen „Aachen Ultras“ (ACU) nach dem Spiel Saarbrücken – Aachen. Die Karlsbande beteuerte nach der Kritik an dem Angriff in Aue, dass sie „unpolitisch“ seien und es gäbe keinen politisch motivierten Konflikt. Dies ist jedoch nachweisbarer Blödsinn. Schon der Gedanke unpolitisch zu sein, weil man sich öffentlich weder nach „Links“ noch nach „Rechts“ positioniert und dies unter der Parole „Politik ist Politik und Fussball ist Fussball“ (in Tradition der Neonaziband „Kategorie C“), ist blanker Hohn. So auch bei den KBU, die in ihren Reihen Faschisten dulden. Darunter auch Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“. Eine mindestens passive Unterstützung durch Dulden des Kontaktknüpfens zu anderen „Fussballfans“ ist wohl alles andere als unpolitisch. Dabei wollen wir den KBU nicht unterstellen selbst rechts zu sein – dafür kennen wir die Gegebenheiten in Aachen nicht intensiv genug – jedoch MUSS ihnen vorgehalten werden, dass sie diese mögliche Stärkung der Naziszene in Aachen und im Tivoli zumindest billigen. Bei allen Konflikten, die nach der Trennung von ACU und KBU im Raum stehen und die uns nicht weiter bekannt sind, ist ein Angriff mit den ebenfalls als rechtsoffen geltenden „Westwall“ auf die sich antirassischtisch positionierenden ACU und die oben benannte Unterstützung rechter Strukturen nicht nur unglücklich, sondern eine Positionierung in Richtung rechter Ideologien. Im Aachener Fan Forum sind Zitate zu lesen wie: „Ihr ganzes Verhalten auch später ausserhalb des Stadions machte eins deutlich – es ging um nichts anderes als um den Spass beim Verbreiten von Angst und Schrecken“. Das passt zwar auch zur Gewaltbereitschaft von (ebenfalls als rechtsoffen in der kritikstehenden) Gruppen wie „Supporters“, ist jedoch vor allem eine typisch Handlungsweise von Neonazis, die ihre „Gegner“ möglichst einschüchtern um sie mundtot zu machen. Es bleibt unserer Meinung nach kein Raum mehr für weitere Chancen, die man der KBU (und den anderen Gruppen) noch zugestehen kann. Bekannten Neonazis und den Angreifern gilt es Stadionverbote zu erteilen und KBU, „Supporters“ und „Westwall“ gehören Privilegien abzuerkennen. Dies darf natürlich nur der Schritt sein, der den Nazis (vorerst) die Plattform auf dem Tivoli nimmt. Diesem müssen weitere, wie Aufklärungsveranstaltungen und -Texte im Stadionheft, Förderung antifaschistischer Initiativen im Tivoli und in Aachen folgen. Das Problem ist nicht, dass die Nazis ins Stadion kommen. Das Problem ist, dass es sie gibt und sie akzeptiert werden.

Aachen Ultras bleiben,
Karlsbande vertreiben!

Weitere (teilweise erschreckende) Artikel:

http://www.zeit.de/sport/2012-08/aachen-saarbruecken-karlsbande-ultras
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen-detail-az/2635836?_link&skip&_g=Fan-Randale-Die-ganze-Stadt-muss-jetzt-Gesicht-zeigen.html
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen-detail-az/2633233?_link&skip&_g=Alemannia-Fankrieg-Aachener-verpruegeln-Aachener.html
http://www.zeit.de/news/2012-08/10/fussball-aachen-droht-hooligans-mit-drastischen-massnahmen-10134407