Der 16.09.2012 stand bei TeBe nicht – wie sonst – als ein ganz normaler, chilliger Spieltag im Kalender. Es ging gegen den TSV Rudow mit dem es bei den letzten drei Aufeinandertreffen (Hallenpokal 2006, beide Ligaspiele letzte Saison) Probleme wegen Neonazis in ihren Fanreihen gab. Im Forum des TSV Rudow kündigten die Rising Boys 09 an: „wir werden dieses Jahr alleine als Supporter (Unterstützer) des TSV Rudow 1888 dort hinfahren“. Was schon zeigte, dass sie genau wussten mit wem sie im vergangenem Jahr ins Mommse reisen wollten. Da hatten sie das NPD-Landesvorstandsmitglied Sebastian Thom dabei und einschlägig bekannte rechte Gewalttäter wie Julian Beyer, Marcel Königsberger, sowie den Rudower Ordner Thomas Schirmer. Nachdem, den Fans mitgeteilt wird, dass die anwesenden Neonazis nicht ins Stadion kommen sollte, entschieden sich die Fans des TSV mit Solidarität gegenüber den Nazis und boykottierten das Spiel. Dieses Jahr kamen die Rising Boys wirklich ohne ihre Neonazibegleitung des letzten Jahres. Sie wollten, laut Forum, zeigen, „das wir auf Politik im Stadion ein Schei* geben“. Doch neben dem allseits bekannten „Lila-Weiß ist schwul“, gab es zum Ende hin aus einer vierer Gruppe heraus noch die Rufe „Scheiß Antifa“ und „Frei Sozial National“. Das mit der Politik im Stadion haben scheinbar nicht alle Rudower Supporter verstanden. Zu ihrem Anhang im vergangenem Jahr befragt, antworteten sie, dass es halt ihre Freunde seien. Schöne Freunde habt ihr da!
Einen haben wir vergessen. Der auf der Tapete erwähnte Thomas Schirmer. Im vergangenem Jahr begrüßte er die TeBe-Fans schon in Thor Steinar am Stadioneingang und fungierte dort als Ordner. Anschließend erst wurden die TeBe-Fans informiert, dass es sich hierbei um einen bekannten Neonazi aus Neukölln handelt, der an Neonazidemonstrationen und Störungen von linken Veranstaltungen beteiligt war. Diesem Thomas Schirmer wurde ebenfalls im vergangenem Jahr der Einlaß in das Mommse verweigert, weshalb er sich diesmal einschleichen wollte. Ins Forum schrieb er, er wolle sich einem Vereinsoffiziellen anschließen, „um die Chancen zu erhöhen das Stadion diesmal auch zu betreten“. Sollte dieses nicht klappen, „frag ich jemanden aus der Mannschaft ob er mich mit nimmt“. Gezielt wollte er also ein Hausverbot umgehen – es klappte nicht und er wurde in Polizeibegleitung zum S-Bahnhof gebracht.


Quelle: Sören Kohlhuber

Festzuhalten ist also. Trotz bekanntem Hausverbot für Schirmer wollte er rein. Trotz Distanzierung von Politik, gab es Neonazirufe aus dem Rudower Block. Die Rudowfans selber distanzieren sich nicht von den Neonazis, sondern bezeichnen sie als Freunde und im Forum des TSV Rudow schreibt einer der Rising Boys nach dem Spiel: “2.Sache die ich hier mal anmerken wollte ist , dass das was die mit Thomas abziehen nicht tolerierbar ist. Thomas ist ein Mensch wie jeder andere , nur mit einer anderen politischen Einstellung. Da aber die Politik nichts auf einem Fussballplatz zu suchen hat (was Thomas unter anderem genauso sieht und auch knallhart durchzieht ) […]”. Von einer Distanzierung innerhalb der Fansszene und vor allem bei den Rising Boys kann also keine Rede sein. Wir können nur hoffen, dass der TSV Rudow endlich erkennt, wer ihn da als Plattform benutzt und die nötigen Konsequenzen zieht.

Für Spannung zum Rückspiel dürfte auf jeden Fall gesorgt sein.

Kommen wir zu unserer Seite.
Schönes Wetter war es ja. Vielleicht genossen viele es lieber im Park als beim Fussball, denn „nur“ 360 Zuschauer kamen ins Mommse. Die Sonne prallte in den E-Block, so dass der Support auch nicht so rund lief wie sonst. Dafür gab es eine Menge Freude über das Spielgeschehen. Durch Tore von Vogler, Akgün und dem eingewechselten Salhab konnte es sich TeBe sogar erlauben einen Elfmeter zu verschenken.
Dank diesem klaren Sieg und einigen netten Ergebnissen auf anderen Plätzen sprang TeBe von Rang 12 auf 6. Die Fans dagegen freuen sich auf den Fuchsbau in der kommenden Woche. Am 30.09.2012 kommt dann der Adlershofer BC ins Mommse mit seinem sympatischen Anhang, den Red Devils, die wir hier schon Mal grüßen wollen.

P.S.
Gruß an die Babelsberger aus der Nordkurve und dem Ostblock, die gestern bei uns zu Gast waren. Grunewald Ultras United 😉