Am 1.Mai findet das Nachholspiel unserer Tennis Borussia gegen die Füchse aus Reinickendorf statt. Wir hoffen, dass an diesem Tag der E-Block leer ist und die Spieler verstehen, dass die Zero Ultras – und hoffentlich ein großer Teil der aktiven Fanszene – sie nicht zum Sieg singen werden.
Der Grund: Wieder einmal wollen Sebastian Schmidtke und sein Zirkus durch Berlin wandern. Doch nicht die Innenstadt oder „linksalternative“ Bezirke wie 2010 sind das Ziel, sondern ihre sog. „Homezone“ von Schöneweide. Wir verstehen uns als Antifaschisten, die ihr Engagement nicht nur aufs Stadion beschränken. Es ist also Teil unserer antifaschistischen Pflicht den Neonazis keinen Meter am 1.Mai zu schenken.
Wir hoffen, dass viele Menschen mit unterschiedlichen Aktionskonzepten sich ebenfalls den Neonazis in den Wegstellen und so den Aufmarsch verunmöglichen.

Wir finden es auch positiv, dass sich Union-Fans an Protesten beteiligen wollen. Was wir nicht nachvollziehen können ist, warum die Gruppe „Schöner Eisern ohne Nazis“ (SEoN) Teil des Bündnisses „1.Mai Nazifrei“ ist. Eine Initiative gegen rechte Bestrebungen an der alten Försterei ist begrüßenswert, doch nur wenn sie ernst gemeint ist. Diese Ernsthaftigkeit können wir bei SEoN nicht sehen. Grund hier für sind verschiedenen Äußerungen in ihrem Forum, ein Interview mit dem „Deutschlandradio“ und ihr Selbstverständnis.

Im Selbstverständnis von SEoN steht: „Wir haben nichts gegen ‚rechts‘. Wir sind gegen Nazis. […]Wir sind keine Linken. Nicht in der Masse. Wir sind auch keine ‚Gutmenschen‘. Wir sind vor allem Unioner – Fanklub übergreifend. Bei uns gibt es Konservative, Rechte, Linke, Unpolitische und FDP-Wähler“. Was heißt es, dass bei SEoN „Rechte“ und „Konservative“ unterwegs sein sollen? Heißt es sozialdarwinistische Thesen eines Sarrazin, Rechtspopulismus à la PRO Deutschland, Sexismus wie in der Brüderle-Debatte, Antisemitismus eines Herrn Hohmann oder homophobe Äußerungen wie vom Fußballspieler Joey Barton sind ok – nur weil es sich bei den Personen nicht um explizite Neonazis handelt? Die Frage war rhetorisch gemeint, denn in einem Interview mit dem „Deutschlandradio“ erklärt Alexander Czierpka für SEoN die Initiative wie folgt: „Wir sind nicht gegen Rechte. Wir sind gegen Nazis. Wirklich dezidiert Nazis. Leute, die ‚Vizeweltmeister 45‘ auf den T-Shirts tragen, die halt ‚Herrenrasse Fürstenwalde‘ auf den T-Shirts tragen, die ‚Opa war in Ordnung‘ auf den T-Shirts tragen, Landser-T-Shirts tragen. Wir wollten eigentlich diesen Leuten mit unserer Präsenz, die nicht aufdringlich sein soll, mit das Klima vergiften.“ Mitnichten geht es der Initiative um ein „Schöner Eisern ohne Nazis“, sondern um ein Schöner Eisern mit Neonazis, die ihre Fresse halten! Auch geht es der Initiative, dies wird aus dem Interview und dem Selbstverständnis deutlich, nicht um einen aktiven Kampf gegen Diskriminierungsformen, sondern um das Image des Vereins. Deswegen betont man an anderer Stelle des DRadio-Interviews gerne: „Union hat kein Naziproblem. […] Eigentlich sind wir in Punkto Osterverein wirklich sehr gut aufgestellt, was gerade den Widerstand gegen diese Truppenteile anbelangt.“
Das Thema „Crimark“ wird genauso schnell abgetan. Sowohl im Unioner Fan-Forum, wie bei SEoN: „Das ganze ist ein ganz schönes Fest der Indizien und jeder kann sich jetzt aus Crimark mehr oder minder eine rechte Gruppierung, gestande Nazis oder nur Blödköppe in Sportklamotten machen.“ Beziehungsweise wird es als „Sommerlochthema“ vermutet. Im Union-Forum sieht es ähnlich aus. Auf 40 Seiten wird gegen Rechercheergebnisse von Antifaschisten in Potsdam agitiert und die viel beschworene Unionfamilie verteidigt. Man wisse zwar, „Das unter Crimark solche Leute beherbergt werden“, doch gleichzeitig wird immer mit den 16-20.000 Fans argumentiert, unter denen immer wieder Neonazis sein würden. Auch macht man sich mehr über diese Neonazis lächerlich, „wenn solche spackos tore von mosquera, kolk und ede bejubeln“.

Was bleibt, wenn wir an Union und SEoN denken ist, dulden, verharmlosen, Beißreflexe. Ernsthafte Aktivitäten gegen Neonazis erfolgen nur punktuell in Form von Tapeten (1, 2), welche aber wie SEoNs Engagement am 1.Mai diesen Jahres nur einem Lippenbekenntnis gleichkommt.

Wir – die Zero Ultras – wollen noch einmal betonen: es geht uns nicht darum, dass ein Bündnis von Union-Fans das „1.Mai Nazifrei“ Bündnis unterstützt. Im Gegenteil, es ist sehr wichtig, dass Unioner_Innen, die sich auch in der Alltagswelt von Schöneweide bewegen, klare Zeichen gegen Rechts setzen. Das bewirkt vermutlich viel mehr als die Untersützung eines Sechstligisten aus Charlottenburg. Aber SEoN hat zur Genüge gezeigt, dass sie nicht an dem Neonazi-Problem arbeiten wollen, sondern das Image von Union verbessern wollen und somit akzeptieren, dass Nazis im Stadion agitieren können, wenn sie nicht erkennbar sind. Genau das steht Antifaschismus gegenüber – es ist die gefährliche, schweigende Akzeptanz, die auch anderen Untersützer_innen des „1.Mai Nazifrei“ Bündnisses aufstoßen sollte.

Kein Ballbreit und keinen Meter Raum für Neonazis und rechte Ideologie!

Alerta Antifascista!

P.S.
Am morgigen Donnerstag spielt TeBe in Rudow. Dort gibt es angeblich keine Neonazis. Eine ähnliche Taktik wie bei Union, sieht man auch beim TSV Rudow. Es wird daher dringen geraten den TeBe-Treffpunkt zur gemeinsamen und sicheren Anreise zu nutzen. Grund: Es gab nicht nur Auseinandersetzungen letztes Jahr in der Arena, sondern auch immer wieder Drohungen durch Neonazis dieses Spiel betreffend!