Archive for the ‘Stellungnahmen’ Category

Das Ende der Zero Ultras

Montag, Juli 22nd, 2013

Hiermit geben wir die Auflösung der „Zero Ultras“ bei TeBe bekannt.

Die Gründe sind vielschichtig. Hauptgrund ist allerdings, dass wir es nicht geschafft haben, über die Anfangskonstellation hinaus Leute an uns zu binden und Teile der Gruppe nicht das Engagement mitbrachten um ein solches Projekt ehrlich am Laufen zu halten.

Wir haben das Thema „Ultras bei TeBe“ nie so ernst angezogen wie es vielleicht Ultras in anderen Stadien machen. Das lag an unserer Gruppenstärke und an den Befindlichkeiten der Fanszene von TeBe, denen wir nicht vor den Kopf stoßen wollten. Wir haben daher mit viel Humor versucht den Borussen mit den Hooligänsen oder der Sektion Stadionwurst Ultraelemente ein wenig Schmackhaft zu machen.
Diese Art, sowie der Anspruch, auch über sich selber lachen zu können (siehe 110 Jahre-TeBe Choreoversuch), gab uns positives Feedback und den ein oder anderen netten Kontakt auch außerhalb des Mommsenstadions – danke dafür.

Wir bedanken uns auch bei den Menschen, die uns bei Choreos, Buttons, dem Messeblatt u.ä. geholfen, uns begleitet, mit uns gefeiert und mit uns bei den TeBe-Fanturnieren gezockt haben.

Auch wenn die Gruppe aufgelöst ist, sind wir als Menschen nicht weg und werden auch weiterhin im E-Block stehen, singen und quatschen.

Forza TeBe

ende

TeBe – Rudow // Da muss reagiert werden!

Mittwoch, September 19th, 2012

Der 16.09.2012 stand bei TeBe nicht – wie sonst – als ein ganz normaler, chilliger Spieltag im Kalender. Es ging gegen den TSV Rudow mit dem es bei den letzten drei Aufeinandertreffen (Hallenpokal 2006, beide Ligaspiele letzte Saison) Probleme wegen Neonazis in ihren Fanreihen gab. Im Forum des TSV Rudow kündigten die Rising Boys 09 an: „wir werden dieses Jahr alleine als Supporter (Unterstützer) des TSV Rudow 1888 dort hinfahren“. Was schon zeigte, dass sie genau wussten mit wem sie im vergangenem Jahr ins Mommse reisen wollten. Da hatten sie das NPD-Landesvorstandsmitglied Sebastian Thom dabei und einschlägig bekannte rechte Gewalttäter wie Julian Beyer, Marcel Königsberger, sowie den Rudower Ordner Thomas Schirmer. Nachdem, den Fans mitgeteilt wird, dass die anwesenden Neonazis nicht ins Stadion kommen sollte, entschieden sich die Fans des TSV mit Solidarität gegenüber den Nazis und boykottierten das Spiel. Dieses Jahr kamen die Rising Boys wirklich ohne ihre Neonazibegleitung des letzten Jahres. Sie wollten, laut Forum, zeigen, „das wir auf Politik im Stadion ein Schei* geben“. Doch neben dem allseits bekannten „Lila-Weiß ist schwul“, gab es zum Ende hin aus einer vierer Gruppe heraus noch die Rufe „Scheiß Antifa“ und „Frei Sozial National“. Das mit der Politik im Stadion haben scheinbar nicht alle Rudower Supporter verstanden. Zu ihrem Anhang im vergangenem Jahr befragt, antworteten sie, dass es halt ihre Freunde seien. Schöne Freunde habt ihr da!
Einen haben wir vergessen. Der auf der Tapete erwähnte Thomas Schirmer. Im vergangenem Jahr begrüßte er die TeBe-Fans schon in Thor Steinar am Stadioneingang und fungierte dort als Ordner. Anschließend erst wurden die TeBe-Fans informiert, dass es sich hierbei um einen bekannten Neonazi aus Neukölln handelt, der an Neonazidemonstrationen und Störungen von linken Veranstaltungen beteiligt war. Diesem Thomas Schirmer wurde ebenfalls im vergangenem Jahr der Einlaß in das Mommse verweigert, weshalb er sich diesmal einschleichen wollte. Ins Forum schrieb er, er wolle sich einem Vereinsoffiziellen anschließen, „um die Chancen zu erhöhen das Stadion diesmal auch zu betreten“. Sollte dieses nicht klappen, „frag ich jemanden aus der Mannschaft ob er mich mit nimmt“. Gezielt wollte er also ein Hausverbot umgehen – es klappte nicht und er wurde in Polizeibegleitung zum S-Bahnhof gebracht.


Quelle: Sören Kohlhuber

Festzuhalten ist also. Trotz bekanntem Hausverbot für Schirmer wollte er rein. Trotz Distanzierung von Politik, gab es Neonazirufe aus dem Rudower Block. Die Rudowfans selber distanzieren sich nicht von den Neonazis, sondern bezeichnen sie als Freunde und im Forum des TSV Rudow schreibt einer der Rising Boys nach dem Spiel: “2.Sache die ich hier mal anmerken wollte ist , dass das was die mit Thomas abziehen nicht tolerierbar ist. Thomas ist ein Mensch wie jeder andere , nur mit einer anderen politischen Einstellung. Da aber die Politik nichts auf einem Fussballplatz zu suchen hat (was Thomas unter anderem genauso sieht und auch knallhart durchzieht ) […]”. Von einer Distanzierung innerhalb der Fansszene und vor allem bei den Rising Boys kann also keine Rede sein. Wir können nur hoffen, dass der TSV Rudow endlich erkennt, wer ihn da als Plattform benutzt und die nötigen Konsequenzen zieht.

Für Spannung zum Rückspiel dürfte auf jeden Fall gesorgt sein.

Kommen wir zu unserer Seite.
Schönes Wetter war es ja. Vielleicht genossen viele es lieber im Park als beim Fussball, denn „nur“ 360 Zuschauer kamen ins Mommse. Die Sonne prallte in den E-Block, so dass der Support auch nicht so rund lief wie sonst. Dafür gab es eine Menge Freude über das Spielgeschehen. Durch Tore von Vogler, Akgün und dem eingewechselten Salhab konnte es sich TeBe sogar erlauben einen Elfmeter zu verschenken.
Dank diesem klaren Sieg und einigen netten Ergebnissen auf anderen Plätzen sprang TeBe von Rang 12 auf 6. Die Fans dagegen freuen sich auf den Fuchsbau in der kommenden Woche. Am 30.09.2012 kommt dann der Adlershofer BC ins Mommse mit seinem sympatischen Anhang, den Red Devils, die wir hier schon Mal grüßen wollen.

P.S.
Gruß an die Babelsberger aus der Nordkurve und dem Ostblock, die gestern bei uns zu Gast waren. Grunewald Ultras United 😉

Keine Akzeptanz für Nazis

Montag, August 13th, 2012

Im Spiel gegen TuS Makkabi zeigten wir zwei Tapeten mit den Aufschriften „Komplett BescheUert“ und „Nazis raus aus dem Tivoli“. Trauriger Grund für die erneute Thematisierung ist der abermalige Angriff aus den Kreisen der Gruppen „Karlsbande Ultras“ (KBU), „Supporters“ und „Westwall“ gegen die antifaschistischen „Aachen Ultras“ (ACU) nach dem Spiel Saarbrücken – Aachen. Die Karlsbande beteuerte nach der Kritik an dem Angriff in Aue, dass sie „unpolitisch“ seien und es gäbe keinen politisch motivierten Konflikt. Dies ist jedoch nachweisbarer Blödsinn. Schon der Gedanke unpolitisch zu sein, weil man sich öffentlich weder nach „Links“ noch nach „Rechts“ positioniert und dies unter der Parole „Politik ist Politik und Fussball ist Fussball“ (in Tradition der Neonaziband „Kategorie C“), ist blanker Hohn. So auch bei den KBU, die in ihren Reihen Faschisten dulden. Darunter auch Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“. Eine mindestens passive Unterstützung durch Dulden des Kontaktknüpfens zu anderen „Fussballfans“ ist wohl alles andere als unpolitisch. Dabei wollen wir den KBU nicht unterstellen selbst rechts zu sein – dafür kennen wir die Gegebenheiten in Aachen nicht intensiv genug – jedoch MUSS ihnen vorgehalten werden, dass sie diese mögliche Stärkung der Naziszene in Aachen und im Tivoli zumindest billigen. Bei allen Konflikten, die nach der Trennung von ACU und KBU im Raum stehen und die uns nicht weiter bekannt sind, ist ein Angriff mit den ebenfalls als rechtsoffen geltenden „Westwall“ auf die sich antirassischtisch positionierenden ACU und die oben benannte Unterstützung rechter Strukturen nicht nur unglücklich, sondern eine Positionierung in Richtung rechter Ideologien. Im Aachener Fan Forum sind Zitate zu lesen wie: „Ihr ganzes Verhalten auch später ausserhalb des Stadions machte eins deutlich – es ging um nichts anderes als um den Spass beim Verbreiten von Angst und Schrecken“. Das passt zwar auch zur Gewaltbereitschaft von (ebenfalls als rechtsoffen in der kritikstehenden) Gruppen wie „Supporters“, ist jedoch vor allem eine typisch Handlungsweise von Neonazis, die ihre „Gegner“ möglichst einschüchtern um sie mundtot zu machen. Es bleibt unserer Meinung nach kein Raum mehr für weitere Chancen, die man der KBU (und den anderen Gruppen) noch zugestehen kann. Bekannten Neonazis und den Angreifern gilt es Stadionverbote zu erteilen und KBU, „Supporters“ und „Westwall“ gehören Privilegien abzuerkennen. Dies darf natürlich nur der Schritt sein, der den Nazis (vorerst) die Plattform auf dem Tivoli nimmt. Diesem müssen weitere, wie Aufklärungsveranstaltungen und -Texte im Stadionheft, Förderung antifaschistischer Initiativen im Tivoli und in Aachen folgen. Das Problem ist nicht, dass die Nazis ins Stadion kommen. Das Problem ist, dass es sie gibt und sie akzeptiert werden.

Aachen Ultras bleiben,
Karlsbande vertreiben!

Weitere (teilweise erschreckende) Artikel:

http://www.zeit.de/sport/2012-08/aachen-saarbruecken-karlsbande-ultras
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen-detail-az/2635836?_link&skip&_g=Fan-Randale-Die-ganze-Stadt-muss-jetzt-Gesicht-zeigen.html
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen-detail-az/2633233?_link&skip&_g=Alemannia-Fankrieg-Aachener-verpruegeln-Aachener.html
http://www.zeit.de/news/2012-08/10/fussball-aachen-droht-hooligans-mit-drastischen-massnahmen-10134407

Solidarität mit dem Ostblock // Spiel gegen Nottingham United

Samstag, Juli 21st, 2012

Endlich gehts der neuen Spielzeit in der Berlin-Liga entgegen. Die Saisoneröffnung gegen Nottingham United am gestrigen Freitag läutete den Endspurt Richtung 1. Spieltag ein und das mit einer guten Leistung unserer Borussen. Die englischen Gäste hielten dabei, untersützt von zwei Abwehrspielern der zweiten Mannschaft von TeBe, gut mit und ihr Tor lange dicht. Erst in der zweiten Halbzeit konnten unsere Spieler das Schützenfest eröffnen und dabei auch zwei mal elegant das Aluminium zum Schwingen bringen. Die Leistung aus diesem und den letzten Spielen lässt dabei hoffen, dass das untere Mittelfeld in dieser Saison kein Thema sein muss.


Quelle: No Dice

Weniger schön – zumindest für die Fans – ist die Situation auf der anderen Seite des Grunewalds. Mit einem Beschluss vom 18.07. dürfen im Babelsberger Ostblock keine Zaunfahnen mehr aufgehangen werden. Grund hierfür sind die Vorfälle während des Spiels SV Babelsberg 03 – Arminia Bielefeld. Auf Intervention des Fanprojektes ist zumindest die Verlagerung der Fanutensilien an die Wellenbrecher im Block erlaubt. Nicht nur wir finden, dass dies zu einer starke Einschränkung des Auslebens der Fankultur führt. Wir haben unsere Solidarität mit dem Ostblock mittels einer Tapete beim gestrigen Spiel gezeigt. Im Folgenden veröffentlichen wir außerdem den offenen Brief der Ultras Babelsberg, der die Ereignisse – aus unserer Sicht – sehr gut analysiert:

Der Vorstand des SV Babelsberg 03 berichtete am 18. Juli 2012 über seine reguläre Vorstandssitzung zwei Tage zuvor. Als Ergebnis dieser Sitzung wurde ein Zaunfahnenverbot für den Ostblock ausgesprochen. Demnach dürfen am Zaun nun für einen nicht genannten Zeitraum keine Banner oder Zaunfahnen befestigt werden. An den Wellenbrechern im Block ist dies hingegen dank der Intervention von Fanprojekt und Fanbeirat weiterhin erlaubt.

Dies betrifft die Gruppen Ultras Babelsberg, Sportlich Elegant und Los Consortos, sowie viele weitere Personen, die im Hintertortribünen-Block O einen neuen Standort im Stadion gefunden haben.

Mit dem Verbot will der Vorstand die dort ansässigen Fans laut seiner veröffentlichten Erklärung dazu bewegen, Verantwortung für den Erhalt der Fankultur im Karli zu übernehmen. Damit bedient sich der Vorstand der gleichen kruden Argumentation wie der DFB, wenn dieser behauptet, Fans seien selbst für den Erhalt von Stehplätzen verantwortlich. Der Verein verdreht damit nicht nur die Verantwortlichkeiten, sondern schiebt sie gänzlich von sich weg. Wir als Fans haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das Bekenntnis zur Fankultur seitens des Vereins sehen wir als ad absurdum geführt.

Denn während der Vorstand behauptet, er wisse, wie wichtig Fahnen, Banner und Co. für organisierte Fangruppen seien, verbietet er nun den gewohnten Umgang mit ihnen. Die Banner werden als zweckdienliche Mittel zur Ausübung nicht genehmer Verhaltensweisen definiert und daher – in ihrer bisherigen Form – verboten. Wir sehen ein Verbot von Bannern und Zaunfahnen nicht als angemessene oder zielführende Maßnahme zur Durchsetzung der Stadionordnung an. Pyrotechnik, Gewalt und politische Meinungsäußerungen sind auch ohne vermeintlich schützende Banner am Zaun möglich.

Der Vorstand erweckt daher den Eindruck, er verbiete die Beflaggung des Zaunes nicht trotz, sondern wegen ihrer Wichtigkeit und Identifikationskraft für die aktiven Fans. Es ist lediglich eine Machtpose, wie -posse, die zusammen mit den nicht durch den Vorstand kommunizierten Maßnahmen wie der Entfernung des Vorsängerpodestes negative Folgen haben wird: weniger Stimmung, weniger Identifikation und weniger Fankultur.

Getrennt in den Farben – vereint in der Sache

Mittwoch, März 28th, 2012

Der DFB verurteilte den SVB Babelsberg 03 in der letzten Woche zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.000€. Grund für diese Entscheidung war ein Spruchband des Ostblocks mit der Aufschrift „05.03. Bomber Harris do it again“, das – laut DFB-Kontrollaussschuss – nach §9 Abs. 3 DFB-Rechts-und-Verfahrensordnung zu ahnden ist. Dort heißt es, Vereine müssen bestraft werden, „wenn Anhänger einer Mannschaft vor, während und nach einem Spiel im Stadion Transparente mit rassistischen Aufschriften entrollen oder sich auf andere Weise rassistisch und/oder menschenverachtend verhalten“. Inwiefern hier eine menschenverachtende Aussage vorliegt erschließt sich uns nicht, denn dieses Spruchband bezieht sich auf den Aufmarsch von Neonazis am 05.03.2012 in Chemnitz, der – ähnlich wie in Dresden – die Bombardierung der Stadt aus dem Kriegskontext und der Schuld der Nazis ziehen soll, um das “Dritte Reich” in eine Opferrolle zu ziehen. Der Spruch „Bomber Harris do it again“ bezieht sich in diesem Kontext auf den General Sir Arthur Harris, der die Flächenbombardierungen u.a. auf Dresden und Chemnitz zu verantworten hat und ist eine kritische Anspielung auf die aktive Nazis Szene in und um Chemnitz, denen anscheinend auch nach dem Selbstverständnis des DFB entgegengetreten werden muss. Was der DFB hier macht, ist also eine Behinderung antifaschistischer Arbeit, die nach eigenen Lippenbekenntnissen eigentlich gewünscht ist. Und dies vor allem, wenn der Vorstand des SV Babelsberg 03 als Konsequenz ankündigt, diese Strafe auf die verantwortlichen Fans umlegen zu wollen! Dieses Verhalten des Vereins und das sofortige und unreflektierte Einknicken vor dem DFB-Urteil ist genau so kritikwürdig, wie das Urteil an sich. Der Verein, der nach eigenen Aussagen für Toleranz und Offenheit steht, unterstützt aktiv die Schwächung antifaschistischer Strukturen, die wesentlich mehr leisten als drei Pressemitteilungen für Toleranz im Jahr. Eine genauso große Unverschämtheit ist auch das weitere Verhalten des DFB gegenüber dem Chemnitz FC. Dieser wurde zu einer Strafe von 2000€ verurteilt, aber nicht weil die Nazis unter ihren Fans während des Spiels Hitlergrüße zeigten o.ä. (Link), sondern weil im Gästeblock Pyrotechnik abgebrannt wurde. Anstatt Strafen für Pyrotechnik auszusprechen und antifaschistische Strukturen anzugreifen, sollte der DFB die eigenen Lippenbekenntnisse lieber in die Tat umsetzen!