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Keine Akzeptanz für Nazis

Montag, August 13th, 2012

Im Spiel gegen TuS Makkabi zeigten wir zwei Tapeten mit den Aufschriften „Komplett BescheUert“ und „Nazis raus aus dem Tivoli“. Trauriger Grund für die erneute Thematisierung ist der abermalige Angriff aus den Kreisen der Gruppen „Karlsbande Ultras“ (KBU), „Supporters“ und „Westwall“ gegen die antifaschistischen „Aachen Ultras“ (ACU) nach dem Spiel Saarbrücken – Aachen. Die Karlsbande beteuerte nach der Kritik an dem Angriff in Aue, dass sie „unpolitisch“ seien und es gäbe keinen politisch motivierten Konflikt. Dies ist jedoch nachweisbarer Blödsinn. Schon der Gedanke unpolitisch zu sein, weil man sich öffentlich weder nach „Links“ noch nach „Rechts“ positioniert und dies unter der Parole „Politik ist Politik und Fussball ist Fussball“ (in Tradition der Neonaziband „Kategorie C“), ist blanker Hohn. So auch bei den KBU, die in ihren Reihen Faschisten dulden. Darunter auch Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“. Eine mindestens passive Unterstützung durch Dulden des Kontaktknüpfens zu anderen „Fussballfans“ ist wohl alles andere als unpolitisch. Dabei wollen wir den KBU nicht unterstellen selbst rechts zu sein – dafür kennen wir die Gegebenheiten in Aachen nicht intensiv genug – jedoch MUSS ihnen vorgehalten werden, dass sie diese mögliche Stärkung der Naziszene in Aachen und im Tivoli zumindest billigen. Bei allen Konflikten, die nach der Trennung von ACU und KBU im Raum stehen und die uns nicht weiter bekannt sind, ist ein Angriff mit den ebenfalls als rechtsoffen geltenden „Westwall“ auf die sich antirassischtisch positionierenden ACU und die oben benannte Unterstützung rechter Strukturen nicht nur unglücklich, sondern eine Positionierung in Richtung rechter Ideologien. Im Aachener Fan Forum sind Zitate zu lesen wie: „Ihr ganzes Verhalten auch später ausserhalb des Stadions machte eins deutlich – es ging um nichts anderes als um den Spass beim Verbreiten von Angst und Schrecken“. Das passt zwar auch zur Gewaltbereitschaft von (ebenfalls als rechtsoffen in der kritikstehenden) Gruppen wie „Supporters“, ist jedoch vor allem eine typisch Handlungsweise von Neonazis, die ihre „Gegner“ möglichst einschüchtern um sie mundtot zu machen. Es bleibt unserer Meinung nach kein Raum mehr für weitere Chancen, die man der KBU (und den anderen Gruppen) noch zugestehen kann. Bekannten Neonazis und den Angreifern gilt es Stadionverbote zu erteilen und KBU, „Supporters“ und „Westwall“ gehören Privilegien abzuerkennen. Dies darf natürlich nur der Schritt sein, der den Nazis (vorerst) die Plattform auf dem Tivoli nimmt. Diesem müssen weitere, wie Aufklärungsveranstaltungen und -Texte im Stadionheft, Förderung antifaschistischer Initiativen im Tivoli und in Aachen folgen. Das Problem ist nicht, dass die Nazis ins Stadion kommen. Das Problem ist, dass es sie gibt und sie akzeptiert werden.

Aachen Ultras bleiben,
Karlsbande vertreiben!

Weitere (teilweise erschreckende) Artikel:

http://www.zeit.de/sport/2012-08/aachen-saarbruecken-karlsbande-ultras
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen-detail-az/2635836?_link&skip&_g=Fan-Randale-Die-ganze-Stadt-muss-jetzt-Gesicht-zeigen.html
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen-detail-az/2633233?_link&skip&_g=Alemannia-Fankrieg-Aachener-verpruegeln-Aachener.html
http://www.zeit.de/news/2012-08/10/fussball-aachen-droht-hooligans-mit-drastischen-massnahmen-10134407

Solidarität mit dem Ostblock // Spiel gegen Nottingham United

Samstag, Juli 21st, 2012

Endlich gehts der neuen Spielzeit in der Berlin-Liga entgegen. Die Saisoneröffnung gegen Nottingham United am gestrigen Freitag läutete den Endspurt Richtung 1. Spieltag ein und das mit einer guten Leistung unserer Borussen. Die englischen Gäste hielten dabei, untersützt von zwei Abwehrspielern der zweiten Mannschaft von TeBe, gut mit und ihr Tor lange dicht. Erst in der zweiten Halbzeit konnten unsere Spieler das Schützenfest eröffnen und dabei auch zwei mal elegant das Aluminium zum Schwingen bringen. Die Leistung aus diesem und den letzten Spielen lässt dabei hoffen, dass das untere Mittelfeld in dieser Saison kein Thema sein muss.


Quelle: No Dice

Weniger schön – zumindest für die Fans – ist die Situation auf der anderen Seite des Grunewalds. Mit einem Beschluss vom 18.07. dürfen im Babelsberger Ostblock keine Zaunfahnen mehr aufgehangen werden. Grund hierfür sind die Vorfälle während des Spiels SV Babelsberg 03 – Arminia Bielefeld. Auf Intervention des Fanprojektes ist zumindest die Verlagerung der Fanutensilien an die Wellenbrecher im Block erlaubt. Nicht nur wir finden, dass dies zu einer starke Einschränkung des Auslebens der Fankultur führt. Wir haben unsere Solidarität mit dem Ostblock mittels einer Tapete beim gestrigen Spiel gezeigt. Im Folgenden veröffentlichen wir außerdem den offenen Brief der Ultras Babelsberg, der die Ereignisse – aus unserer Sicht – sehr gut analysiert:

Der Vorstand des SV Babelsberg 03 berichtete am 18. Juli 2012 über seine reguläre Vorstandssitzung zwei Tage zuvor. Als Ergebnis dieser Sitzung wurde ein Zaunfahnenverbot für den Ostblock ausgesprochen. Demnach dürfen am Zaun nun für einen nicht genannten Zeitraum keine Banner oder Zaunfahnen befestigt werden. An den Wellenbrechern im Block ist dies hingegen dank der Intervention von Fanprojekt und Fanbeirat weiterhin erlaubt.

Dies betrifft die Gruppen Ultras Babelsberg, Sportlich Elegant und Los Consortos, sowie viele weitere Personen, die im Hintertortribünen-Block O einen neuen Standort im Stadion gefunden haben.

Mit dem Verbot will der Vorstand die dort ansässigen Fans laut seiner veröffentlichten Erklärung dazu bewegen, Verantwortung für den Erhalt der Fankultur im Karli zu übernehmen. Damit bedient sich der Vorstand der gleichen kruden Argumentation wie der DFB, wenn dieser behauptet, Fans seien selbst für den Erhalt von Stehplätzen verantwortlich. Der Verein verdreht damit nicht nur die Verantwortlichkeiten, sondern schiebt sie gänzlich von sich weg. Wir als Fans haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das Bekenntnis zur Fankultur seitens des Vereins sehen wir als ad absurdum geführt.

Denn während der Vorstand behauptet, er wisse, wie wichtig Fahnen, Banner und Co. für organisierte Fangruppen seien, verbietet er nun den gewohnten Umgang mit ihnen. Die Banner werden als zweckdienliche Mittel zur Ausübung nicht genehmer Verhaltensweisen definiert und daher – in ihrer bisherigen Form – verboten. Wir sehen ein Verbot von Bannern und Zaunfahnen nicht als angemessene oder zielführende Maßnahme zur Durchsetzung der Stadionordnung an. Pyrotechnik, Gewalt und politische Meinungsäußerungen sind auch ohne vermeintlich schützende Banner am Zaun möglich.

Der Vorstand erweckt daher den Eindruck, er verbiete die Beflaggung des Zaunes nicht trotz, sondern wegen ihrer Wichtigkeit und Identifikationskraft für die aktiven Fans. Es ist lediglich eine Machtpose, wie -posse, die zusammen mit den nicht durch den Vorstand kommunizierten Maßnahmen wie der Entfernung des Vorsängerpodestes negative Folgen haben wird: weniger Stimmung, weniger Identifikation und weniger Fankultur.

Getrennt in den Farben – vereint in der Sache

Mittwoch, März 28th, 2012

Der DFB verurteilte den SVB Babelsberg 03 in der letzten Woche zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.000€. Grund für diese Entscheidung war ein Spruchband des Ostblocks mit der Aufschrift „05.03. Bomber Harris do it again“, das – laut DFB-Kontrollaussschuss – nach §9 Abs. 3 DFB-Rechts-und-Verfahrensordnung zu ahnden ist. Dort heißt es, Vereine müssen bestraft werden, „wenn Anhänger einer Mannschaft vor, während und nach einem Spiel im Stadion Transparente mit rassistischen Aufschriften entrollen oder sich auf andere Weise rassistisch und/oder menschenverachtend verhalten“. Inwiefern hier eine menschenverachtende Aussage vorliegt erschließt sich uns nicht, denn dieses Spruchband bezieht sich auf den Aufmarsch von Neonazis am 05.03.2012 in Chemnitz, der – ähnlich wie in Dresden – die Bombardierung der Stadt aus dem Kriegskontext und der Schuld der Nazis ziehen soll, um das “Dritte Reich” in eine Opferrolle zu ziehen. Der Spruch „Bomber Harris do it again“ bezieht sich in diesem Kontext auf den General Sir Arthur Harris, der die Flächenbombardierungen u.a. auf Dresden und Chemnitz zu verantworten hat und ist eine kritische Anspielung auf die aktive Nazis Szene in und um Chemnitz, denen anscheinend auch nach dem Selbstverständnis des DFB entgegengetreten werden muss. Was der DFB hier macht, ist also eine Behinderung antifaschistischer Arbeit, die nach eigenen Lippenbekenntnissen eigentlich gewünscht ist. Und dies vor allem, wenn der Vorstand des SV Babelsberg 03 als Konsequenz ankündigt, diese Strafe auf die verantwortlichen Fans umlegen zu wollen! Dieses Verhalten des Vereins und das sofortige und unreflektierte Einknicken vor dem DFB-Urteil ist genau so kritikwürdig, wie das Urteil an sich. Der Verein, der nach eigenen Aussagen für Toleranz und Offenheit steht, unterstützt aktiv die Schwächung antifaschistischer Strukturen, die wesentlich mehr leisten als drei Pressemitteilungen für Toleranz im Jahr. Eine genauso große Unverschämtheit ist auch das weitere Verhalten des DFB gegenüber dem Chemnitz FC. Dieser wurde zu einer Strafe von 2000€ verurteilt, aber nicht weil die Nazis unter ihren Fans während des Spiels Hitlergrüße zeigten o.ä. (Link), sondern weil im Gästeblock Pyrotechnik abgebrannt wurde. Anstatt Strafen für Pyrotechnik auszusprechen und antifaschistische Strukturen anzugreifen, sollte der DFB die eigenen Lippenbekenntnisse lieber in die Tat umsetzen!