Zero Ultras – die Nullen von Tennis Borussia Berlin

Ultras bei TeBe mag für Irritationen sowohl im, wie auch außerhalb des Mommsenstadions sorgen. Doch der Ultrá-Gedanke war der lila-weißen Fanszene nie so fremd wie sie es selber gerne hätte. Ob um die Jahrtausendwende die „Eichkamphalunken“, die „Tennisschlägerbrigade“, oder auch die „Ultras71“ – einem Ultráeinfluß konnte sich Tebe nie ganz verwehren. In den letzten Jahren kamen immer mehr Personen in den E-Block, welche immer mehr Eigenschaften aus der Subkultur „Ultrá“ übernommen haben, bzw. diese für Tebe nutzen. Das malen von Doppelhaltern, der Einsatz von Kassenrollen, Konfetti, DIY-Merchandise, das Drucken von Aufklebern mit anschließendem „Aufkleberkampf“ auf der Straße gegen die Stadtrivalen, sowie das Engagement im politischen, sozialen und kulturellen Milieu sind Kernelemente des Ultrá. TeBe war immer Ultrá und wollte dies nicht wahrhaben.

Warum also nun ein solch plakativer Name? Eine eigene Gruppe? Ein eigenes Banner?

Die Tebe-Fanszene besteht im Gegensatz zu anderen Fanszenen nicht aus einem Zusammenschluss verschiedener Gruppen, sondern von Einzelpersonen, welche sich im E-Block einfinden, hinter dem eigentlichen Kurvenbanne und tritt gemeinschaftlich als „Tebe Party Army“ auf.
Der Grundkonsens der Fanszene, welcher hinter dem Label „Aktive Fans“ oder „Tebe Party Army“ steht ist einfach. Es gibt kein Führungsanspruch einzelner Protagonisten, es gibt keinen diskriminierenden Äußerungen aus dem Block heraus und es gibt keinen Straßen- und Stadionfight mit anderen Gruppen/Fans. Diesen Konsens respektiert und teilt auch die Gruppe „Zero Ultras“. Den Entschluss eine eigene Gruppe im E-Block darstellen zu wollen, ist einfach erklärt: Die Faszination an der Subkultur Ultrá (sowie das offensive Bekenntnis zu diesem), der geschlossene soziale Zusammenhang sowie der unbedingte Wille den Supportder Mannschaft, welcher in den letzten zwei Abstiegsjahren hörenswert schlechter wurde, aktiv verbessern zu wollen.

Was bedeutet Ultrá bei Tebe?

Wir definieren Ultrá als ein Zusammenführen von Individuen unter einem Label zum kreativen Support des eigenen Teams. Ob durch Choreographien oder akustischen/optischen Reizen. Dabei ist unser Anspruch nicht immer der Blick in andere Kurven um zu sehen wie gut wir sind oder dass wir besser sind als andere – wir stehen nicht in Konkurrenz mit anderen Gruppen, sondern in einer Interaktion. Das bedeutet auch, dass wir die Forderung einiger Szenen, „Ultras zurück auf die Ränge“ unterstützen und uns nicht am recht beliebten Materialklau beteiligen werden. Dennoch werden wir uns das Recht rausnehmen, uns zu aktuellen Diskursen in den Ultrá/Fanszenen in Deutschland zu äußern. Auch innerhalb der Tebe-Fanszene sind die Themen Repression und Pyrotechnik präsent – wie in jeder anderen Kurve Deutschlands.

Dem politische Grundkonsens der Tebe-Fanszene, also ein Bekenntnis zu Antifaschismus, Antirassismus, den Kampf gegen Homophobie und Antisemitismus, entzieht sich auch die Gruppe Zero Ultras nicht. Für uns versteht sich Ultrá als klar politisch und wir werden uns daher immer wieder auch politisch zu Wort melden.

Ausdifferenzierung im E-Block?

Wir sehen uns als Ergänzung im E-Block. Weder werden wir die Clowns vorm Block mimen, noch eine Vormachtstellung im E-Block anstreben. Gemeinsam mit den anderen Boruss*innen im E-Block und den vorhandenen Zusammenhängen werden wir Akzente setzen. Vereinzelt werden wir auch eigene Akzente setzen, doch dabei auf unsere Nachbar*innen im Block achten. Ziel ist und bleibt es den Spielern das Ambiente zu schaffen, das sie benötigen, um eine Leistung jenseits der 100% zu bringen.